Unsere Jobs

Ich hatte es da leichter, da ich in meinem Berufsleben schon an einem anderen Punkt angekommen war. Ich war nie ganz oben in der Hierarchie und weiß inzwischen auch, dass ich dort wohl nicht gut hinpassen würde. Das bin ich halt nicht wirklich, diese Mischung aus Vision und Macht-Verliebtheit, das ist nicht meine Persönlichkeit. Aber ich habe genug Erfahrung, dass ich auch nicht fürchten muss, keinen Job mehr zu finden nach der Rückkehr. Ich habe lange Jahre im Controlling verbracht, habe Controlling-Teams geleitet und weiß auch, dass ich das nicht mehr machen möchte, weil ich es endlos langweilig finde. Aber es ist ein einfaches Back-Up ist, zumindest als „normaler“ Controller werde ich wohl ohne große Probleme wieder eine Beschäftigung finden. Wenn es halt sein muss – bitte lass es nicht notwendig werden… 😊

Meine aktuelle Beschäftigung (als Controller, haha) habe ich schon mit der Auflage „Aber im Herbst 2024 bin ich wieder weg!“ gesucht. Ich muss zugeben, bei dieser Jobsuche waren mir wirklich alle Götter gewogen und ich fand eine befristete Anstellung, die eine (halbwegs) adäquate Position mit durchaus akzeptabler Bezahlung verband.

Steffi hat es da schwerer und ich bewundere sie für ihre Geradlinigkeit. Sie hat vor zwei Jahren eine Führungsposition bei ihrem Arbeitgeber bekommen , macht die Arbeit gerne und hat auch ein gutes Team aufgebaut, aber im Kern möchte sie etwas anderes machen. Und daher steht die Entscheidung, dass sie die Position aufgeben wird. Sie möchte unter Umständen nach der Reise wieder zurück ins Unternehmen (wohl wissend, dass es dann nicht mehr die idente Führungsposition sein wird bzw wohl gar keine Führungsposition), aber das ist noch völlig offen. Wir sind skeptisch, ob das der Dienstgeber machen wird, aber wenn nicht, dann ändert das auch nichts an der Entscheidung. Dann wird sie kündigen und sich nach der Rückkehr einen neuen Job suchen.

Unsere Finanzen

Ich habe die Nase gerümpft, als ich von einer Schauspielerin gelesen habe, die „ausgestiegen“ ist. „Mit voller Hose ist leicht stinken!“ hätte meine Mutter gesagt und ich hätte es blind unterschrieben, aussteigen gilt nur als aussteigen, wenn man es möglichst riskant, ungeplant und ohne Netz und doppelten Boden macht. Das ist es bei uns nicht. Also objektiv betrachtet, für mich als Controller fühlt es sich hochgradig leichtsinnig an. Berufskrankheit offenbar.

Ich beruhige mich dann immer mit dem Blick auf die Fakten:

Wir haben Erspartes, mit dem die Reise finanzieren. Unsere Wohnung gehört uns und nicht der Bank, wir werden also nicht obdachlos sein, wenn wir zurück kommen. Wir werden uns selbst versichern und auch noch eine gesonderte Reiseversicherung abschließen. Ja, es ist eine „volle Hose“ auch wenn es sich wie ein enger Tanga anfühlt.

Gesundheitliches

Wir werden während der Reise in Österreich versichert sein. Steffi über die Karenzierung, Robert wird sich selbst versichern. Die Selbstversicherung kostet in Österreich knapp € 500,- pro Monat - was das Reisebudget zwar belastet, aber unumgänglich ist.

Zusätzlich werden wir eine Reiseversicherung abschließen, wobei es uns v.a. um lokale Behandlungskosten und potenziell notwendige Heimtransporte geht. Dazu geben wir nach Abschluss gerne mehr Informationen im Blog.

Wir werden uns umfangreich impfen lassen - generell wägen wir nach Beratung mit unserem Arzt immer ab, was eine realistische Gefahr ist und welches Risiko wir tragen möchten. Diesmal ist es in gewisser Weise einfacher, weil aufgrund unserer Routenwahl und der langen Dauer der Reise vieles empfehlenswert ist. Schlussendlich umfasst unser Impfplan neben den “Standards” wie Diphterie/Tetanus, Typhus und Hepatitis diesmal auch Gelbfieber, Tollwut, Dengue-Fieber und die Japan-B Enzephalitis. Auch das ist in Summe kein kleiner Budgetposten - wir halten es aber eher für unklug, gerade bei diesen Dingen zu sparen.

Und zu guter Letzt meine regelmäßigen Testosteron-Spritzen. Aufgrund meiner Erkrankung benötige ich alle 12 Wochen die externe Gabe von Testosteron, wobei meine Urologin und ich momentan eine Ausweitung auf bis zu 20 Wochen testen - würde einiges leichter machen auf der Reise.
Kurz vor der Abreise werde ich eine Spritze bekommen und benötige die nächste dann geplant in Peru. Über die Botschaft habe ich KOntakt zu einer Vertrauensärztin, die dies machen wird.
Da mein Präparat in dieser Dosierung in Südamerika nicht verfügbar ist, werde ich zwei Dosen mitnehmen aus Österreich. Es sind kleine Ampullen, die nicht gesondert gekühlt werden müssen - also sollte das klappen.

Und wenn nicht, das Gute an einer Hormonersatztherapie: Wenn ich das Testosteron nicht bekomme, dann werde ich antriebs- und energieloser, aber es passiert nichts wirklich Lebensbedrohliches. Also kann man sich drauf einlassen, sich etwas zu überlegen, falls etwas schiefgehen sollte.